Island


Mit dem Camper zwei Wochen entlang der Ringroad:

Ich hatte vorab die meisten Orte und Campingplätze schon rausgesucht und eine grobe Route geplant. Vor Ort haben wir dann aber spontan geschaut, worauf wir Lust haben und ob wir noch weiter fahren oder einen Stop einlegen.

 

Tag 1 & 2: Reykjavík

Vom Flughafen sind wir mit dem Bus zum Hotel gefahren. Nach unserem Check-In haben wir uns kurz umgezogen, sind in die Stadt und haben uns einfach treiben lassen. Natürlich auch vorbei an der berühmten Kirche Hallgrímskirkja und entlang am Hafen und dem Opern- und Konzerthaus. Das Wetter war regnerisch, aber das sollte sich schnell ändern.

Für den nächsten Tag haben wir eine Whale Watching Tour gebucht. Leider haben wir nicht so viel von ihnen gesehen, wie erhofft. Bessere Chancen hat man sicherlich oben bei Akureyri. Am Nachmittag waren wir im Perlan. Dieses interaktive Museum zeigt Islands Geschichte und Geologie, hat eine Eishöhle und tolle Aussichtsplattform.

Nachdem die Sonne rauskam, sind wir in der Nähe des Museums an den kleinen Strand Nauthólsvík und haben das gute Wetter genossen. Es ist ein beliebter Sandstrand an einer kleinen Lagune mit künstlich erwärmtem Wasser inklusive Whirlpools und Snackbar. Da wir nicht mit einem solchen Ort innerhalb der Stadt gerechnet haben, hatten wir keine Badesachen dabei. Wir haben uns stattdessen einfach auf die Wiese gelegt und Sonne getankt, bevor wir zurück spaziert sind.

 

Tag 3: Let's start

ROUTE: von Reykjavík zum Hamragarðar Camping
DISTANZ: 244 km
FAHRZEIT: ca. 4 Stunden

Um 9.00 Uhr Morgens haben wir unseren Camper bei CozyCampers abgeholt, ihn eingeräumt und waren einkaufen. Dann ging unsere Reise eigentlich erst so richtig los.

Auf unserem Weg durch den Þingvellir National Park haben wir öfter angehalten und einfach die Natur bestaunt. Schon die ersten Kilometer war es einfach nur schön und abwechslungsreich. Unser erster richtiger Stop war aber der Wasserfall Brúarfoss.

Danach ging es weiter zum Geothermalgebiet Haukadalur mit dem berühmten Geysir Strokkur. Er ist der aktivste Geysir auf Island, bricht auf natürlichem Wege alle vier bis zehn Minuten aus und erreicht dabei eine Höhe von bis zu 20 Metern.

Weiter zum Gullfoss, einem der beliebtesten und bekanntesten Wasserfälle Islands. Entsprechend voll war es. Beim Hrunalaug Hot Spring waren wir hingegen teilweise ganz alleine. Dieser Ort ist einfach zauberhaft. Umgeben von kleinen Grashügeln kann man hier in mehreren kleinen Wasserbecken entspannen.

Zum Sonnenuntergang kamen wir beim Hamragarðar Camping an. Es waren kaum andere Camper hier, sodass wir freie Platzwahl hatten und direkt mit Blick auf den Wasserfall parkten.

 

Tag 4: Wasserfälle & heiße Quellen

ROUTE: vom Hamragarðar Camping zum Càmping Vik
DISTANZ: 100 km
FAHRZEIT: ca. 2 Stunden

Aufwachen mit dem Blick auf den Seljandsfoss. Es war etwas bedeckt, aber wir nutzten die Gelegenheit den Ort ganz für uns alleine erkunden zu können. Besonders empfehlenswert bleibt aber der Besuch in den späten Abendstunden und zum Sonnenuntergang. Wenn man die Felswand entlang nach Westen geht, kommt man an zahlreichen kleineren Wasserfällen vorbei, darunter auch dem Gljúfrabúi und Gljúfurárfoss.

Um 8.00 Uhr ging es dann los und wir fuhren zum Skógafoss. Er ist einer der größten Wasserfälle Islands. An sonnigen Tagen kann man oft einen oder sogar zwei Regenbögen beobachten. Auf der Ostseite des Wasserfalls sind wir die über 400 Stufen hinaufgestiegen und oberhalb des Wasserfalls ein paar Meter spaziert. Wer möchte, kann hier die Wanderrouten in Richtung Fimmvörðuháls oder zur Hochlandoase Þórsmörk starten.

Unser nächster Stop war das Sólheimasandur Plane Wreck. Ein 1973 notgelandetes Flugzeug, welches mitten auf dem schwarzen Sandstrand liegt. In der Saison verkehrt ein kostenpflichtiger Shuttlebus vom Parkplatz. Ohne zu wissen, wie lange es dauern würde, entschieden wir uns gegen den Bus und gingen zu Fuß. Die knapp vier Kilometer durch die Einöde kamen uns dabei ewig vor, aber es hat sich gelohnt. Ein toller lost place und die perfekte Fotolocation.

Unser Ziel für diesen Tag war Vík í Mýrdal. Ein abgelegenes Dorf am Meer im Süden Islands mit einigen Highlights; Dyrhólaey Lighthouse, Reynisfjara Strand und Reynisdrangar.

Die Nacht standen wir im Càmping Vik. Die Stellplätze selber sind wenig spektakulär, aber die sanitären Anlagen waren die besten auf der gesamten Reise. Im Gemeinschaftsraum hatte man Internet, konnte sich etwas Kochen und mit anderen Reisenden austauschen.

 

Tag 5: Fjaðrárgljúfur

ROUTE: vom Càmping Vik zum Tjaldstæðið Kirkjubær Camping
DISTANZ: 86 km
FAHRZEIT: ca. 1,5 Stunden

Morgens haben wir als erstes unsere Vorräte etwas aufgestockt. Dann fuhren wir hoch zur Vík i Myrdal Church, bevor es weiter ging zur Hjörleifshöfði Cave. Erreicht wird der Berg auf einer geschotterten Straße. Der Weg ist zwar etwas holperig, kann aber auch mit einem normalen Pkw bewältigt werden. Wir waren dort vollkommen alleine.

Anschließend waren wir im Fjaðrárgljúfur, ein Canyon im Süden Islands. Die Schlucht steht unter Naturschutz und ist an einigen Stellen bis zu 100 Meter tief und hat eine Länge von etwa zwei Kilometern.

Nicht weit entfernt haben wir im Tjaldstæðið Kirkjubær Camping übernachtet.

 

Tag 6: Gletschertour

ROUTE: vom Tjaldstæðið Kirkjubær Camping zur Bjarnaneskirkja
DISTANZ: 200 km
FAHRZEIT: ca. 2,5 Stunden

Eines der tollsten Erlebnisse der ganzen Reise: die Gletscher Tour. Auf dem größten Gletscher Europas, dem Vatnajökull, haben wir eine Halbtagestour hinauf zum Falljökull unternommen. Mit unserem Guide und ein paar Anderen sind wir am Gletscherrand gestartet. Die Sonne war so warm, dass wir keine Jacke brauchten und nur mit Steigeisen, Eispickel und Helm den Gletscher hoch sind. Vorbei an Gletscherspalten und kleinen Wasserfällen hinauf zum Eisfall. Wir sind sogar einen kleinen Spalt hinunter geklettert. Probiert auch unbedingt das frische glasklare und kalte Schmelzwasser, es schmeckt wunderbar.

Wieder unten angekommen und zurück an unserem Camper sind wir zum Skaftafell Nationalpark gefahren. Der Wasserfall Svartifoss ist vom Informationscenter in knapp einer halben Stunde Fußweg zu erreichen. Wir haben hier eine kleine Mittagspause eingelegt, bevor es zum nächsten Highlight ging, dem Jökulsárlón. Die Eislagune ist ein Ausläufer oder auch eine Gletscherzunge des Vatnajökull-Gletschers, wird stetig größer und ist mittlerweile der tiefste See auf ganz Island. Große und kleine Eisberge brechen vom Breiðamerkurjökull ab (Abkalbung) und schwimmen in der Lagune, bevor sie sich ihren Weg in den Atlantischen Ozean bahnen. Durch die Strömung treiben manche dieser Eisberge an Land zurück und erschaffen auf dem schwarzen Vulkansandstrand den sogenannten Diamond Beach.

Die Nacht verbrachten wir in der Natur, mitten auf einem kleinen Feldweg zwischen Pferdekoppeln in der Nähe von Bjarnaneskirkja.

 

Tag 7: Der Osten

ROUTE: von Bjarnaneskirkja zum Studlagil Canyon
DISTANZ: 390 km
FAHRZEIT: ca. 5,5 Stunden

Aufgewacht in mitten der Pferdekoppeln sind wir als erstes nach Stokksnes gefahren. Hier haben wir im Café Waffeln gefrühstückt, bevor wir am Strand spazieren waren. Die Kombination von weitem schwarzen Sandstrand, Dünen und Bergen im Hintergrund ist wirklich magisch. Dort gibt es auch ein altes Wikinger Dorf.

Weiter ging es nach Seydisfjördur. Ein niedliches Dorf mit einer Kirche und einer Regenbogenstraße.

Da es zu dieser Jahreszeit abends sehr lange hell ist, sind wir noch zum Studlagil Canyon gefahren. Wir haben allerdings ein wenig unterschätzt, dass wir pro Weg zwischen Parkplatz und Canyon etwa 45 Minuten brauchten und so sind wir erst spät abends bei der Unterkunft angekommen - zumindest irgendwo in der Nähe, das Camp haben wir nämlich nicht finden können, sodass wir einfach auf einem Parkplatz übernachtet haben.

 

Tag 8: Mývatn - hier stinkt's

ROUTE: vom Studlagil Canyon zum Camping Mývatn
DISTANZ: 135 km
FAHRZEIT: ca. 2 Stunden

Morgens sind wir direkt weiter zum Dettifoss. Danach ging es weiter. Schon bevor man Mývatn überhaupt sieht, riecht man es. Der Geruch nach faulen Eiern ist typisch für austretenden Schwefelwasserstoff. Besonders an Orten wie Námafjall, einem aktiven Vulkan direkt neben den Myvatn Nature Baths und dem Geothermalfeld Hverir.

Wir haben unseren Camper auf dem Campingplatz abgestellt und sind zur Grjótagjá gewandert. Bekannt wurde die Höhle durch Game of Thrones als Drehort für die Liebesszene zwischen Jon Snow und Ygritte. Die geothermale Aktivität bewirkt dabei eine Erwärmung des unterirdischen Sees. Das Wasser wird bis auf 60 Grad erhitzt und ist damit leider zu heiß zum Baden.

Das Camping Mývatn liegt direkt an einem See. Problem sind hier allerdings die unzähligen Fliegen.

 

Tag 9: Entspannung im Nature Bath

ROUTE: vom Camping Mývatn zum Camping Borðeyri
DISTANZ: 335 km
FAHRZEIT: ca. 4,5 Stunden

Da wir erst für 12.00 Uhr einen Slot im Myvatn Nature Bath buchen konnten, haben wir uns einen entspannten Vormittag gemacht. Nach zwei Stunden im Bad sind wir weiter zum Goðafoss gefahren, einem riesigen Wasserfall.

Mit kurzem Halt am Kolugljúfur Canyon sind wir bis zu den Westfjorden gefahren. Die Nacht haben wir in einem Camp direkt am Wasser verbracht. Dort gab es nur ein kleines Toilettenhäuschen, aber der Blick und die Ruhe waren es wert.

 

Tag 10: Die Westfjorde

ROUTE: vom Camping Borðeyri zum Tunguskogur Campground
DISTANZ: 325 km
FAHRZEIT: ca. 4,5 Stunden

Die Westfjorde standen bei uns eigentlich gar nicht auf der Liste. Aber als wir den Camper abholten, wurde uns wärmsten empfohlen - sollten wir genug Zeit haben - hier einen kleinen Abstecher hin zu unternehmen. Und tatsächlich war es hier wirklich sehr schön. Wir fuhren den ganzen Tag die schönen Fjorde entlang und kamen am frühen Nachmittag in Ísafjörður und im Camp an. Wir aßen etwas, haben das Dorf ein bisschen erkundet und einfach das Camp und die Zeit genossen.

 

Tag 11: Little Break

ROUTE: vom Tunguskogur Campground zum Campground Grundarfjörður
DISTANZ: 366 km
FAHRZEIT: ca. 5 Stunden

Direkt um 8.00 Uhr morgens sind wir runter zur Werkstatt am Hafen, denn uns ist in den letzten Tagen zunehmend aufgefallen, dass sich die Bremsen nicht gut anhörten. Leider hat das Ganze etwas länger gedauert, da das richtige Teil fehlte und erst mit dem Flugzeug um 12.00 Uhr von Reykjavík gebracht werden konnte. Danach ging es dann aber fix und wir konnten gegen 14.00 Uhr abfahren.

Zurück über die Fjorde, vorbei an Dynjandi, dem höchsten Wasserfall im Gebiet der Westfjorde, wollten wir noch eine heiße Quelle besuchen, die Hellulaug. Die heiße Quelle liegt direkt am Strand und man hat einen tollen Blick über die Bucht. Allerdings ist das Becken nur etwa drei mal vier Meter groß und war bei unserer Ankunft schon besetzt, sodass wir weitergefahren sind.

Kurz nach Sonnenuntergang kamen wir an unserem letzten Camp an, dem Campground Grundarfjörður.

 

Tag 12: Last Day

ROUTE: vom Campground Grundarfjörður nach Reykjavík
DISTANZ: 340 km
FAHRZEIT: ca. 5,5 Stunden

Vom Camp war es nur ein kurzer Weg zum Kirkjufell. Der Berg mit seiner Umgebung war unter anderem die Filmlocation für Game of Thrones. Er ist als schönster Berg Islands bekannt und eines der meist fotografiertesten Wahrzeichen.

Auf dem Weg zur Almannagjá-Schlucht fuhren wir vorbei an der Ingjaldshólskirkja, dem Skarðsvík Beach, dem Svörtuloft Leuchtturm und der Búðakirkja. Das Wetter war nicht besonders gut und es regnete teilweise recht stark. Als wir ankamen hatte es glücklicherweise aufgehört. Die Schlucht ist ein tektonischer Graben zwischen der nordamerikanischen und eurasischen Kontinentalplatte. Nach einem entspannten Spaziergang sind wir zurück nach Reykjavík und haben gegen 17.00 Uhr den Camper abgegeben. Netterweise wurden wir mit unseren Rucksäcken vom CozyCamper-Team zum Hotel gefahren und wir sind dann nur noch was kleines Essen gegangen.

Am nächste Tag ging es morgens mit dem Bus wieder zurück zum Flughafen und ab nach Hause.

 

nice to know

  • Ihr braucht kein Bargeld wechseln bzw. mitnehmen - in Island kann man tatsächlich alles mit Karte zahlen (einzige Ausnahme war der Hrunalaug Hot Spring).

  • Im Norden gibt es nicht so viele Supermärkte, also besorgt euch am besten vorab etwas mehr Vorrat.

  • Wasser hingegen braucht ihr nicht kaufen, das Leitungswasser kann überall getrunken werden.

  • Solltet ihr mit dem Camper unterwegs sein, reist am besten mit einem Rucksack, einen Koffer bekommt ihr im Camper nicht verstaut.

  • Wenn ihr euren Camper bei CozyCampers bucht, bekommt ihr nicht nur 5 Kaffee Gutscheine, sondern auch Rabatt für jede Tankfüllung bei der N1 Tankstelle.

  • Vorsicht, in Island wird gerne geblitzt, vor allem im Tunnel.

  • Im Norden direkt nach der Stadt Akureyri gibt es einen Tunnel, der relativ teuer ist, den kann man einfach über die Straße 83/84 umfahren.

  • Nicht überall ist das Fliegen einer Drohne erlaubt. Entsprechende Schilder weisen darauf hin.

 

Fazit

Island ist ein tolles Reiseziel. Es ist wahnsinnig vielfältig und das auf kleinstem Raum. Für mich war es die erste Camper Reise und dafür genau richtig. Entlang der Ring Road sind die meisten Sehenswürdigkeiten und Orte relativ schnell und einfach zu erreichen, entsprechend trifft man auch häufig auf andere Menschen, vor allem in den Sommermonaten. Anders ist das sicherlich im Hochland oder zur kälteren Jahreszeit.

 

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