Ägypten
Ägypten steht schon seit Jahren auf meiner Bucketlist. Die Pyramiden, die Geschichten und Mythen über die Pharaonen und ihre Kultur - endlich wollte ich das alles mit meinen eigenen Augen sehen.
Ich kenne nicht Viele, die dieses Land bereist haben und wenn, waren es Nilkreuzfahrten oder Pauschalreisen. Auch auf der Suche nach Tipps findet man recht wenige Reiseberichte. Und tatsächlich ist es in Ägypten nicht immer ganz so einfach, auf eigene Faust unterwegs zu sein. Hier ist alles auf den typischen Pauschalurlauber bzw. die typische Pauschalurlauberin ausgerichtet, der/die mit einem Guide unterwegs ist. Aber, es funktioniert. Wenn man ein paar Dinge beachtet, dann ist es auch in Ägypten möglich eine tolle individuelle Reise zu erleben.
Unsere Reise startete in Kairo, der Hauptstadt Ägyptens. Von dort ging es weiter Richtung Süden. Dadurch wurde es nicht nur immer wärmer, sondern glücklicherweise auch stetig weniger touristisch. Am Ende haben wir zwei Tage in El Gouna entspannt, bevor es nach zwei Wochen wieder zurück nach Deutschland ging.
Insgesamt waren wir 16 Tage unterwegs:
Tag 1 Anreise
Tag 2 bis 4 Kairo
Tag 5 Kairo nach Luxor
Tag 6 bis 8 Luxor
Tag 9 Luxor nach Assuan
Tag 10 bis 12 Assuan
Tag 13 Assuan nach El Gouna
Tag bis 14 bis 16 El Gouna
Da die Wege zwischen den Orten sehr lang sind, müsst ihr für die Anreise am besten einen ganzen Tag einrechnen.
Der Nil ist nicht nur der längste Fluss der Welt, er war und ist auch die einzige Wasserquelle in dieser Gegend von Nordafrika und ohne ihn hätte sich die ägyptische Hochkultur nie so entwickeln können. Da wundert es nicht, dass er für gleich mehrere Unterteilungen Ägyptens den Ausgangspunkt darstellt; Ober- und Unterägypten sowie Ost- und Westufer.
Das südliche Ägypten wird dabei Oberägypten genannt, weil es den Nilquellen am nächsten ist. Das nördliche Ägypten wird als Unterägypten bezeichnet. Diese Unterscheidung war zwar politisch die wichtigste, Ägypten war aber auch in Ost und West geteilt. Der Nil bildete dabei die Trennlinie. Für die alten Ägypter war das Ostufer das Land der Lebenden. Die Sonne geht jeden Morgen im Osten auf, spendet Hoffnung und bringt neues Leben. Diese Uferseite wurde deshalb hauptsächlich für den Bau von Heiligtümern und Siedlungen genutzt. Im Westen geht jeden Abend die Sonne unter und beginnt ihre nächtliche Reise ins Jenseits, bis sie im Osten “wiedergeboren” wird. Das Westufer des Nils galt im alten Ägypten deshalb als das Land der Toten und es wurden vor allem Nekropolen (Friedhöfe) und Totentempel erbaut.
Der mächtigste Mensch im alten Ägypten war der König. Der Pharao wurde als Inkarnation des Gottes Horus auf Erden betrachtet - war somit also selber ein Gott. Da er im Namen des ägyptischen Volkes direkt mit den Göttern sprechen konnte, musste er auch dafür sorgen, dass die Götter zufrieden waren. Hat Ägypten unter Seuchen, Hungersnöten, Überschwemmungen oder Krieg gelitten, glaubten die Ägypter, die Götter bestraften den König, und es sei seine Schuld, dass sein Volk unglücklich war.
Kairo
Kairo war nicht immer die Hauptstadt. Für den größten Teil der Pharaonenzeit waren Memphis und Theben (in Teilen das heutige Luxor) die wichtigsten Städte. Heute ist die Stadt allerdings mit rund neun Millionen Einwohner:innen die größte Stadt in der arabischen Welt.
Es ist eine wirklich laute und dreckige Stadt. Grund ist der enorme Stadtverkehr und der dadurch entstehende Smog. Überall sieht man weiße Kastenwagen und Menschen, die über die Straßen laufen. Da es keine Bushaltestellen oder Fahrpläne gibt, stellen sie sich einfach an den Straßenrand und zeigen den vorbeifahrenden Bussen die Geste des Viertels an, in das sie möchten. Der nächste Bus, der dorthin fährt, hält an und nimmt die Person mit. Das macht auch das Autofahren wahnsinnig anstrengend. Ständig wird gehubt um auf sich aufmerksam zu machen, vor allem beim Überholen oder Abbiegen. Einen Schulterblick gibt es nicht. Ich habe jeden Moment mit einem Unfall oder Zusammenstoß gerechnet, aber das ist nicht passiert. Selber fahren würde ich in Kairo also definitiv nicht empfehlen. Ich fand schon Mitfahren nervenaufreibend genug. Neben Autos und Menschen ist das Stadtbild geprägt von Häusern, die wirken, als seien sie noch im Rohbau. Sie sind nicht verputzt und oben schaut noch der Rest vom Stahlgerüst heraus. Straßenhunde und Katzen, aber auch Esel und Pferde sind keine Seltenheit. Überall gibt es kleine Supermärkte oder Straßenverkäufer.
Unser Hotel lag auf der Insel im Nil in der Nähe des Diplomatenviertels. Hier war es nicht ganz so voll, hektisch und chaotisch.
Pyramiden von Gizeh & Sphinx
Genau genommen stehen die Pyramiden nicht in Kairo, sondern wie der Name vermuten lässt, in Gizeh, aber sie sind nur 15 Kilometer von der Innenstadt entfernt und recht einfach mit dem uber oder Taxi zu erreichen.
Die Pyramiden von Gizeh sind das älteste der Sieben Weltwunder der Antike und auch das einzige von ihnen, das heute noch erhalten ist. Wissenschaftler:innen wissen aber noch immer nicht genau, wie die Pyramiden gebaut wurden.
Die Pharaonen Ägyptens gingen damals davon aus im Jenseits zu Göttern zu werden. Um sich darauf vorzubereiten, errichteten sie Tempel für die Götter und gewaltige Pyramidengräber für sich selbst. Gefüllt mit all den Dingen, die ein Herrscher brauchen würde, um sich im Jenseits zurechtzufinden. Die drei Pyramiden der Pharaonen sind von mehreren Bauten umgeben. Zu jeder Pyramide gehören mehrere Nebenpyramiden, in denen die Königinnen bestattet wurden, ein Taltempel, in dem der Pharao für die Bestattung vorbereitet wurde, und ein Totentempel, in dem die Priester die verstorbenen Pharaonen verehrten. Die Pyramiden sind außerdem von Mastabas und Friedhöfen umgeben, in denen die Beamten und Verwandten des Pharaos beigesetzt wurden.
Die Sphinx von Gizeh ist 20 Meter hoch und 70 Meter lang. Bis heute ist man sich nicht sicher über ihre Funktion, geht aber davon aus, dass sie als Wächter die Gräber schützen soll. Der Begriff Sphinx beschreibt dabei generell eine Figur mit Löwenkörper und Menschenkopf und repräsentiert die Vereinigung von Intelligenz und Stärke. Da sie die meiste Zeit von Sand begraben war, ist sie bis heute so gut erhalten. Lediglich Nase und Kinnbart haben die Zeit nicht überdauern können.
Wir haben direkt an unserem ersten Tag die Pyramiden besucht. Gestartet sind wir am unteren Eingang bei der Sphinx. Dieser Eingang ist etwas ruhiger, sodass es kein Problem war die Tickets vor Ort zu kaufen und ohne langes Warten auf das Plateau zu gelangen.
Die Sphinx erreicht man als erstes. Von dort sind wir dann zu den Pyramiden hoch. Wir waren nicht alleine, aber es fühlte sich nicht voll an. Anders war es, als wir Richtung Haupteingang gingen. Hier tummeln sich unzählige Verkäufer, Kamele und Menschenmassen. Überall, aber vor allem oben an den Pyramiden wurden wir immer wieder gefragt, ob wir nicht mit dem Auto, Kamel oder der Kutsche fahren möchten. Man kann aber auch ohne Probleme alles zu Fuß ablaufen, so wie wir. Wobei ich mir für das letzte Stück durch die Wüste und den kompletten Rückweg durchaus einen klimatisierten Wagen gewünscht hätte. Aber ausgerechnet bei dem Restaurant ‘9 Pyramides’ wartet niemand auf einen, wenn man nicht bereits mit ihm hier hergekommen ist.
Rechnet damit, dass alle Geld erwarten, wenn sie euch etwas zeigen oder wenn sie ein Foto von euch machen. Die Leute sind dabei recht hartnäckig und höfliches Ablehnen alleine hilft wenig. Geht also am besten einfach weiter und lehnt dankend ab, solltet ihr keine Hilfe wollen.
Wir waren bei allen drei Pyramiden und sind sogar in eine der kleinen Nebenpyramiden hinabgestiegen. Schaut einfach, welche für Besucher:innen geöffnet ist.
Wir sind erst die Straße entlang und dann den Weg durch die Wüste gewandert um das typische Panoramabild von allen drei Pyramiden zu erblicken. Unser Ziel war das ‘9 Pyramides’. Hier haben wir uns im Schatten bei einem kühlen Getränk und einer Kleinigkeit zu Essen ausgeruht, bevor es quer durch die Wüste, vorbei an der dritten Pyramide, zurück zum Eingang/Ausgang ging.
Das gesamte Gelände der Pyramiden ist täglich geöffnet. Im Sommer von 08:00 bis 17:00 Uhr und im Winter von 08:00 bis 16:00 Uhr. Mit dem normalen Ticket hat man sogar Zugang in eine der kleinen Nebenpyramiden. Wenn man in eine der Hauptpyramiden gehen möchte, benötigt man ein gesondertes Ticket.
Das alte Museum
Das Ägyptische Museum in Kairo ist das bisher größte Museum für altägyptische Kunst. Es enthält mehr als 150.000 Objekte aus verschiedenen Epochen. Die Ausstellung erstreckt sich dabei über zwei Stockwerke mit mehr als 100 Sälen. Sogar einige Fundstücke aus dem Grab des Tutanchamun sind hier ausgestellt.
Es fällt nicht leicht, bei der Masse an Ausstellungsstücken den Überblick zu behalten. Im Gegensatz zu anderen großen Museen wird der Besucher bzw. die Besucherin leider nicht so gut abgeholt und geführt. Häufig gibt es nur eine kurze Einleitung für die einzelnen Bereiche und nicht selten fehlen Texttafeln komplett oder enthalten lediglich den Titel des Exponates, ohne weitere Erläuterung. Wer sich noch mehr Hintergrundinformationen und Einordnung wünscht, sollte sich deshalb einen Guide nehmen. Diese warten vorne am Eingang und sprechen einen häufig direkt an. Wir waren uns nicht sicher, ob das notwendig sei, aber im Nachhinein würden wir anders entscheiden und nicht alleine durch das Museum gehen. Trotzdem war es sehr beeindruckend und wären es weniger Menschen gewesen, hätte man hier sicherlich noch ein paar Stunden länger verbringen wollen.
Grand Egyptian Museum
Das neue Ägyptische Museum befindet sich seit 2002 im Bau und sollte ursprünglich 2020 teileröffnet werden. Nach seiner kompletten Fertigstellung wird es das größte archäologische Museum der Welt sein. Für eine deutliche inhaltliche Trennung der beiden Museen wird die bisherigen Sammlungen des alten ägyptischen Museums laufend daraufhin durchgesehen.
Bei unserem Besuch Ende 2023 war bisher nur die Eingangshalle geöffnet. Im Eintrittsgeld war eine kleine private Tour direkt mit drin und so haben wir ein wenig über das Gebäude, die Fassade und die paar Kunstwerke erfahren. Umgerechnet 35 Euro sind dafür trotzdem sehr teuer.
Sakkara
Sakkara ist eine bedeutende altägyptische Nekropole einer der wichtigsten archäologischen Fundorte am westlichen Nilufer. Er liegt circa 25 Kilometer südlich von Kairo, etwa eine Stunde Autofahrt entfernt. Wir haben uns deshalb früh morgens direkt ein uber gebucht. Doch gleich zwei Fahrer sagten die Fahrt spontan und ohne Grund ab. Zum Glück. Denn Sakkara sollte man entweder mit einem privaten Fahrer oder mit dem eigenem Wagen erkunden. Das gesamte Gelände ist so groß, dass es zu Fuß nicht zu erkunden wäre und es fehlt an jeglichem Transportmittel vor Ort. Wir haben vorne am Schalter das Ticket für unseren Fahrer sowie unsere Tickets gekauft und haben uns Folgendes angeschaut:
Stufenpyramide des Djoser & Cappelle Heb-Sed
Serapeum of Saqqara
Gräber & alte Siedlung
Bei unserem Besuch war das Licht im Serpeum komplett ausgefallen, sodass wir mit einem Guide und Taschenlampe durch das Kellergewölbe gegangen sind. Ich fand es ziemlich unheimlich im Dunkeln durch dieses alte Gewölbe mit unzähligen Grabkammern und tonnenschweren Särgen zu gehen. Mein Freund hingegen fand genau das super spannend und ist sogar mit dem Guide in eine der ausgehöhlten Steinkammern hinabgestiegen um sich den Sarg dort unten genauer anzuschauen.
Es gibt hier noch weit mehr zu sehen. Uns fehlte dafür allerdings die Zeit. Plant für diesen Trip also am besten einen ganzen Tag ein.
Ibn-Tulun-Moschee
Zurück in Kairo haben wir die drittgrößte Moschee der Welt besucht. Sie liegt im Zentrum und wurde zum Gedenken an den Sieg Ahmad Ibn Tulun errichtet. Er war ein türkischer Sklave, dem es gelang, sich trotz seiner bescheidenen Herkunft einen Platz an der Macht zu verschaffen und nach und nach seine eigene Dynastie zu gründen. Diese Moschee ist ein schöner ruhiger Ort. Wir waren hier ganz alleine.
Zitadelle von Saladin
Unser letzter Stop für den Tag war die Zitadelle von Saladin. Eine der wenigen erhaltenen befestigten Anlagen der Stadt Kairo und zugleich eine ihrer markantesten Sehenswürdigkeiten. Sie befindet sich auf einer Anhöhe und bietet so einen weiten Blick über ganz Kairo. Bei klarem Wetter sollen sogar die Pyramiden von Gizeh am Horizont zu erkennen sein. Die Zitadelle ist täglich geöffnet. Im Winter von 9 bis 16 Uhr und im Sommer von 9 bis 17 Uhr. Wir waren tatsächlich erst kurz vorm Sonnenuntergang dort, aber das war genau richtig. Der Blick war einfach zauberhaft und es war auch nicht mehr allzu voll.
Nach Luxor ging es mit dem Flugzeug. Bis zum Airport, dem Check-In und Boarding lief alles rund. Als wir endlich im Flugzeug saßen, waren zwar wir startklar, das Flugzeug allerdings nicht. Nach einigem Hin und Her und recht wenig Auskunft vom Flugpersonal kam nach über einer Stunde die Ansage, dass wir bitte alle das Flugzeug verlassen sollten. Zurück im Airport Wartebereich wurden wir mit Essen und Trinken versorgt und nach einer weiteren Stunde gab es dann die erlösende Aufforderung ins Flugzeug zu steigen - wohl nur ein technischer Fehler. Tatsächlich aber keine Ausnahme und typisch für den Flughafen in Kairo. Plant da also etwas Puffer ein.
Luxor
Mit etwas mehr als drei Stunden Verspätung kamen wir in Luxor an. Wir hatten bereits vorab einen Fahrer gebucht, der uns vom Flughafen abholen und zum Hotel fahren sollte. Während auf die anderen Passagiere gewartet wurde, hatten wir erst nach mehreren Versuchen unseren Fahrer telefonisch erreichen können. Geholfen haben uns dabei die Guides vom Flughafen, die uns netterweise ihr Telefon zur Verfügung stellten und sogar mit dem Callservice gesprochen und die Situation erklärt haben. Wir wurden sicherlich zwanzig mal von den Taxifahrern angesprochen, die vor Ort am Flughafen warten, bis wir endlich von unserem Fahrer abgeholt worden sind. Mitten auf der Fahrt fuhr dieser jedoch rechts ran und stieg ohne ein Wort zu sagen einfach aus dem Auto aus. Und ein anderer stieg ein. Zum Glück löste dieser die Situation umgehend auf: er war unser eigentlicher Fahrer. Der erste war sein Angestellter, der gerade in der Nähe des Flughafen war und um Zeit zu sparen uns direkt eingesammelt hat. Verrückt.
Macht es euch also etwas leichter und bucht nicht vorab einen Abholservice. Es stehen genügend Taxen am Airport, die euch zu eurer Unterkunft fahren. Auch die restliche Zeit in Luxor haben wir uns meist spontan ein Taxi herangewunken oder sind mit inDriver EGYPT gefahren - im Gegensatz zu Kairo gibt es hier nämlich kein uber.
Das Stadtbild verrät den Wohlstand Luxors. Die Einnahmen von Millionen Besucher:innen, die jährlich aus aller Welt kommen haben Luxor nachhaltig verändert und zu einer der reichsten Städte Oberägyptens gemacht. Die Straßen sind verhältnismäßig sauber. Es gibt Parks, Gärten und sogar eine Uferpromenade. Die Gegend von Theben-West wird zunehmend zu einer Art kulturellen Nationalpark umgestaltet. So müssen leider auch einige der mittlerweile dort ansässigen kleinen Dörfer und Häuser weichen. Aber nicht nur das sorgt für Konflikte. Auch das Vorhaben die alte Sphinxallee, die einst die Tempelkomplexe von Karnak und Luxor verband, wieder zu errichten, stößt bei Teilen der Bevölkerung auf Widerstand, da hierfür Teile der Innenstadt weichen mussten.
Nirgendwo ist die frühere Idee von Ost- und Westufer heute noch so klar zu erkennen wie in Luxor. Die großen Tempelkomplexe für die Lebenden befinden sich auf der Ostseite des Flusses, auf der Westseite die Grabanlagen für die Toten:
Ostufer:
Karnak Tempel
Luxor Temple
Luxor Museum
Westufer:
Tal der Könige
Tal der Königinnen
Tempel von Haptschepsu
Memnons Kolosse
Luxor Tempel
An der Nilpromenade in der Mitte der Stadt befinden sich die Ruinen des Luxor Tempels aus dem Neuen Reich. Der Tempel ist noch sehr gut erhalten mit Obelisken, Pylonen, Säulenkolonnaden und Höfen. Er war dem Gott Amun und seiner Familie geweiht. In der Römerzeit wurde der Tempel jedoch in eine Festung umgewandelt. Aus frühchristlicher Zeit sind noch Reste von den vier kleinen Kirchen erkennbar, die in und neben den Tempelanlagen errichtet wurden. Bis heute vereinen sich hier deshalb sichtbar die Spuren der drei großen historischen Phasen Ägyptens: dem alten Ägypten der Pharaonen, dem christlich-koptischen und dem islamischen Ägypten.
Abends ist der Luxor Tempel beleuchtet und kann so auch nach Sonnenuntergang bis 21 Uhr besichtigt werden. Wir waren deshalb erst recht spät zum Sonnenuntergang dort.
Nur zweieinhalb Kilometer entfernt liegt der Karnak Tempel. Verbunden waren beide Tempel früher durch die Sphinxallee. Jahrelang verschüttet, wird diese heute rekonstruiert.
Nachdem die Sonne untergegangen war und wir den Luxor Tempel noch etwas im Scheinwerferlicht genossen haben, sind wir vom Luxor Richtung Karnak Tempel spaziert. Wir kamen allerdings nur bis zur Hälfte, da die Straße noch nicht ganz fertig war. Es gibt auf der Strecke, die etwa 2 Meter unterhalb der restlichen Stadt liegt, immer wieder Aufgänge an der Seite. Einen solchen sind wir hochgegangen. Allerdings scheint ausgerechnet der Aufgang, den wir gewählt hatten, (zumindest nachts) gesperrt zu sein. Um nicht den gesamten Weg zurückgehen zu müssen, dachten wir, es wäre schlau und viel einfacher, hier kurz über die Absperrung zu klettern. Leider ein Fehler, denn nun befanden wir uns auf einem eingezäunten Privatgelände. Zum Glück brannte noch Licht in dem Bürogebäude. Allerdings war die Hintertür bereits abgeschlossen, sodass wir klopften mussten. Nach ein paar Minuten kam jemand an die Tür und öffnete uns. Einmal quer durch das Gebäude, kamen wir durch den Vordereingang zur Straße heraus.
Karnak Tempel
Die Tempelstadt von Karnak besteht aus einem gigantischen Tempelkomplex, der dem Gott Amun-Re geweiht war. Die beiden seitlichen Tempelkomplexe hingegen sind jeweils der Göttin Mut und dem Gott Month gewidmet. Bis in die römische Kaiserzeit wurde die Tempelanlage immer wieder erweitert und umgebaut.
Wir waren früh morgens dort und wurden am Eingang von einem Guide angesprochen. Dieses Mal entschieden wir uns dafür und sind mit ihm zusammen etwa 60 Minuten durch die Tempelanlage gegangen. Wie immer gilt: Verhandeln. Wir haben - wahrscheinlich immer noch zu viel - 20 Euro bezahlt. Es war sehr interessant und hat sich mehr als gelohnt. Anschließend sind wir noch alleine durch die Tempelanlage gegangen und haben Fotos gemacht. Es wurde immer voller, denn ab etwa 10.00 Uhr kommen unter anderem die Tourist:innen mit ihren Shuttelbussen aus Hurghada an.
Das Westufer lässt sich nicht zu Fuß erkunden und auch öffentlichen Nahverkehr zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten gibt es hier nicht. Die meisten Tourist:innen sind deshalb im Rahmen einer geführten Tour unterwegs. So auch wir.
Tal der Königinnen
In diesem Tal wurden die Gemahlinnen, Prinzen und Prinzessinnen der Pharaonen sowie besondere hohe Amts- und Würdenträger:innen bestattet.
Gräber, die wir besucht haben:
QV44: Chaemwaset
QV55: Amunherchepeschef
Grab der Königin Nofretari, der Gemahlin Ramses’ II.
Das Grab von Nofretari kostet extra, aber es lohnt sich auf jeden Fall. Es ist wahnsinnig farbenfroh und wirkt fast gemütlich. Die anderen Gräber hingegen sind viel kleiner und nicht annähernd so aufwändig dekoriert.
Tempel von Haptschepsut
In der Regel wurde der Pharao in seine Position hineingeboren - und er war männlich. Wie schon einige vor ihr, übernahm allerdings Hatschepsut vorübergehend als Regentin des damaligen kindlichen und unmündigen Thronfolgers die Macht. Doch sie gab sich damit nicht zufrieden, sondern ernannte sich selbst zum Pharao. So herrschte Hatschepsut zwei Jahrzehnte als erste Frau über Ägypten.
Der Terrassentempel der Königin Hatschepsut, Pharao Maatkare, schmiegt sich in die Felswand von Deir el-Bahari, unweit des Tals der Könige in West-Theben ein. Es ist eines der bekanntesten und bemerkenswertesten Bauwerke des alten Ägyptens. Erbaut an einem Ort, der auch als Schwelle bzw. Übergang vom Diesseits zum Jenseits der Toten gedeutet wurde, ist der Tempel eine Kombination aus Toten- und Göttertempel. Geweiht war er sowohl dem Gott Amun als auch den Göttern Hathor, Re, Anubis und der Königin Hatschepsut selbst.
Wir waren am späten Vormittag hier und entsprechend voll war es. Die Anlage ist wirklich groß und hat drei Ebenen, welche jeweils wichtige Epochen im Leben und Wirken der Hatschepsu symbolisieren. Ich würde empfehlen, hier als erstes hinzufahren um den Ort wirklich genießen oder entspannt Fotos machen zu können.
Tal der Könige
Es ist die Ruhestätte der Pharaonen des Neuen Reiches. Die in die Felsen geschlagenen Königsgräber sind mit Malereien und Texten dekoriert. Im Gegensatz zu den Gräbern der Königinnen sind die Gräber der Pharaonen dabei deutlich größer und farbenfroher.
Das berühmteste Grab ist das von Tutanchamun. Wir haben es allerdings auf Anraten unseres Guides nicht angeschaut, da die meisten anderen Gräber hinsichtlich ihrer Größe, Architektur und Dekoration sehenswerter seien.
Gräber, die wir besucht haben:
KV2: Ramses IV.
KV6: Ramses IX.
KV16: Ramses I.
Nach dem Tal der Könige und Königinnen, sowie dem Hatschepsut Tempel sind wir noch zu den Memnons Kolossen gefahren und haben dann direkt gegenüber gemeinsam mit unserem Guide bei ‘Restaurant Paris’ zu Mittag gegessen. Lasst euch vom ersten Eindruck nicht täuschen, hier wird authentisch ägyptisch gekocht, auf Wunsch auch vegetarisch, und es ist wirklich super lecker.
Teil der Tour war auch ein Besuch in einer Alabaster-Manufaktur. Tatsächlich eine reine Verkaufstour. Solltet ihr nichts kaufen wollen, lasst euch nicht beeinflussen. Da ich aber eh ein Erinnerungsstück gesucht und dort eine tolle Vase aus grünem Alabaster gefunden habe, machten wir nach harten Verhandlungen einen Deal.
UNTERKUNFT IN LUXOR
Hilton Luxor Resort & Spa
Das Fünf-Sterne Hotel liegt direkt am Nil mit Blick aufs Westufer. Die Anlage hat zwei Pools, sowie eine Poolbar und einen großen Wellnessbereich mit einem weiteren Pool.
Absolut zu empfehlen ist das Restaurant ‘Fateer House’. Hier gibt es das traditionelle Blätterteiggebäck, welches auch Fetir oder ägyptische Pizza genannt wird. Mit oder ohne Füllung (herzhaft oder süß) gehört es zu den beliebtesten Nationalgerichten. Zu zweit reicht durchaus ein Fateer, welches man sich teilt.
Heißluftballonfahrt
Ein absolutes Muss ist der Flug mit einem Heißluftballon. Dafür wurden wir um 4.30 Uhr an unserem Hotel abgeholt. Wir hätten auch die frühere Tour buchen können, um noch vor dem Sonnenaufgang im Dunkeln zu starten und die ersten Sonnenstrahlen aus der Luft zu bestaunen, aber wir entschieden uns für etwas mehr Schlaf. Auf dem Boot haben wir noch eine kleine Sicherheitseinweisung bekommen und schon auf dem Weg sahen wir die ersten Ballons am Himmel. Am Startplatz angekommen wurden noch viele weitere Ballons aufgeheizt. Einer der Guides sprach mich an und meinte, er würde uns einen Platz in der Ecke organisieren. Perfekt für tolle Fotos. Mit etwa fünfzehn anderen Passagieren in einem Korb hoben wir ab. Eine gute halbe Stunde schwebten wir über den Gräbern und dem Hatschepsut Tempel. Dann hieß es ansetzen zur Landung, hinsetzen, festhalten, Kopf einziehen und sanfter als erwartet setzen wir auf. Von oben haben wir schon die Jungs auf ihren Eseln gesehen. Sie verdienen sich etwas dazu, indem sie beim Landen und Einpacken des Ballons unterstützen.
Auf dem Weg von Luxor nach Assuan haben wir noch zwei Tempel besucht. Anstatt auf der Schnellstraße durch die Wüste, sind wir den Nil entlang über die Dörfer gefahren. Vorbei an Häusern, Schulen, Feldern und auch drei großen Fabriken. Frauen sahen wir kaum und wenn, häufig nur auf den Feldern bei der Arbeit. Meistens waren es Männer und Kinder, die sich auf den Straßen tummelten. Aber auch viele Hunde, Katzen oder Esel liefen über die Straßen. Es war staubig und dreckig. Immer mal wieder sah man auch den Nil und die großen Kreuzfahrtschiffe auf ihm. An unzähligen Check-Points mussten wir anhalten und unser Fahrer zahlte jedes mal ein bisschen Geld.
Edfu Tempel
Der Horustempel in Edfu gehört zu den besterhaltenen Tempeln Ägyptens und ist insbesondere wegen seiner komplett erhaltenen Überdachung und seines klassischen Ideal-Grundrisses eine herausragende Sehenswürdigkeit.
Wir waren nicht lange hier, aber scheinbar genau zur richtigen Zeit, denn es war recht leer.
Tempel von Kom Ombo
Kom Ombo ist ein Doppeltempel, der gleichermaßen zwei Göttern geweiht ist; dem krokodilgestaltige Sobek und dem falkengestaltige Haroeris. Er liegt direkt am Nilufer. Besonders spannend fand ich die Umrechnungstabelle im hinteren Bereich. Im alten Ägypten galten nämlich zwei verschiedene Kalender, die sich unterschiedlich nach Mondphasen und dem Zeitpunkt der Nilschwemme richteten. Auch die Lage selber war richtig schön und ein kleiner Vorgeschmack auf das, was uns in Assuan erwarten würde.
Assuan
In Assuan fühlt man sich so, wie ich mir Ägypten immer vorgestellt habe. Hier geht die Wüste direkt in den Nil über, Granitfelsen und kleine Inseln mit Palmenhainen und tropischen Pflanzen im Wasser. Für mich der mit Abstand schönste Ort, den wir besucht haben.
Auch hier gibt es kein uber. Stattdessen haben wir wieder inDriver EGYPT genutzt, oder man fährt Taxi, TukTuk oder Boot. Natürlich geht es auch ohne privaten Fahrer, aber dann müsst ihr etwas mehr Zeit einplanen, vor allem, wenn es sich um Orte handelt, die etwas außerhalb liegen, wie dem Philae Tempel.
Assuan leitet sich vom altägyptischen Wort Soun ab, das Souk oder Handel bedeutet. Grund war die damals strategische Lage an der Handelsroute, die den Norden Ägyptens mit dem Süden verband. Heute ist Assuan ein ruhiges Reiseziel. Ägyptens sonnigste Stadt im Süden ist das perfekte Ziel zum Flanieren und Entspannen und das in einer magischen Umgebung:
Philae-Tempel
Nubisches Dorf
Markt von Assuan
Unvollendeter Obelisk
Nubisches Museum
Botanischer Garten
Assuan Staudamm
Kloster St. Simone
Kalabsha-Tempel
Adelsgräber
Insel Elephantine
Nubian Village
Das Nubian Village in Assuan ist ein traditionelles nubisches Dorf am Ufer des Nils. Es ist ein lebendiges Museum, das den Besucher:innen die Gelegenheit bietet die Kultur, Traditionen und Lebensweise der nubischen Bevölkerung kennenzulernen. Es besteht aus traditionellen Lehmhäusern mit farbenfrohen Wandmalereien und einem Markt, auf dem lokale Handwerkskunst und Souvenirs angeboten werden. Die Bewohner:innen sind bekannt für ihre Gastfreundschaft und gewähren den Tourist:innen sogar Einblicke in ihr tägliches Leben.
Philae Tempel
Einige der schönsten und besterhaltesten Tempelanlagen Ägyptens. Ursprünglich stand das Tempel-Ensemble auf der Nilinsel Philae, die allerdings wegen des kleinen Stausees zwischen dem alten und neuen Staudamm in Assuan im Wasser zu versinken drohte und deshalb umgesetzt wurde.
Wir versuchten an dem Tag unser Glück spontan und sind von unserer Unterkunft nach Vorne an die Straße und wollten ein TukTuk zum Tempel nehmen. Nach ein wenig Verwirrung, wurden wir von einem Jungen mitgenommen. Allerdings nicht zum Philae Tempel, sondern einem kleinen Hafen kurz hinter der Brücke. Hier sollten wir nun ein Boot nehmen, um zum Tempel zu gelangen. Angeblich würde man mit dem Auto oder TukTuk nicht zu unserem Ziel kommen. Nach einiger Diskussion hat der Fahrer uns dann aber doch zum offiziellen Eingang des Philae Tempel gebracht. Nachdem wir die Tickets gekauft haben, gingen wir hinunter zu den Booten. Wir wollten direkt einsteigen, doch zu unserer Verwirrung war die Überfahrt zu der Insel nicht im Ticketpreis enthalten. Nun hieß es handeln. Am besten fragt ihr, was das Boot kostet. Nachdem ihr einen Preis für zwei Leute habt, ist es einfacher zu verhandeln, wenn es mehr Mitfahrer:innen werden. Versucht also andere Tourist:innen zu finden und eine größere Gruppe zu bilden, damit der Preis pro Person niedriger wird. Wir haben uns mit einer holländischen Familie zusammengetan. Nach nicht mal 15 Minuten Fahrt zur Insel, wartet das Boot dann etwa eine Stunde am Tempel auf euch, bevor es wieder zurück geht.
Für mich war es die schönste Anlage. Vor allem durch die Lage im Nil. Leider war es recht voll, da wir durch das Chaos am Morgen nicht so früh da waren, wie geplant.
Für den Weg zurück mussten wir uns ein Taxi rufen, da hier nur die privaten Fahrer und keine freien Taxen auf einen warten. Da die Stadt ein wenig entfernt ist, muss man etwas mehr Zeit einplanen und recht lange warten.
Fahrt auf dem Nil
Die beste und schönste Art Assuan zu erkunden ist eine Fahrt mit dem Boot. Organisiert von unserer Unterkunft sind wir an unserem ersten Tag direkt dort abgeholt worden und hatten das Boot ganz für uns alleine. Mit unserem privaten Fahrer sind wir etwa drei Stunden oberhalb vom Staudamm unterwegs gewesen und haben den Botanischen Garten und das Museum besucht. Gegessen haben wir in einem Restaurant auf einer der größeren Inseln. Danach haben wir einfach nur die schönen Buchten durchfahren und am Nubiern Beach angehalten. Hier hätten wir sogar Schwimmen gehen können. Zieht euch also Badesachen unter, wenn ihr eine solche Tour plant und Lust habt im Nil zu baden. Wir haben nur unsere Füße in den Nil gehalten und sind etwas am Strand spazieren gegangen. Dann ging es zurück.
weitere Sehenswürdigkeiten
Am ersten Tag in Assuan waren wir im Botanischen Garten und dem Museum. Beides meiner Meinung nach ganz nett, aber nicht wirklich sehenswert. Gleiches gilt für den unfertigen Obelisken. Zum Staudamm sind wir tatsächlich gar nicht gefahren. Toll fand ich den Aswan Market oder auch Aswan Old Souk. Ein Markt, auf dem die Bevölkerung von Assuan einkauft. Es gibt dort Bekleidung, Lebensmittel und Waren des täglichen Lebens.
Nachdem wir auf dem Souk und der erfolglosen Suche nach einem Geldautomaten waren, sind wir kaputt und genervt in einen McDonald’s gelandet. Neben uns saß ein Pärchen, Mohamed ist TukTuk Fahrer aus Assuan und Nicole ist seine Deutsche Ehefrau, die an diesem Tag Geburtstag hatte. Als er mitbekam, dass wir Deutsch redeten, sprach er uns an und wir haben uns sehr nett unterhalten. Wir wurden von ihnen sogar eingeladen mit dem Boot nach Hause gefahren zu werden. Ein Freund von ihnen holte uns mit seinem Segelboot ab. Als er jedoch realisierte, dass wir nicht einfach nur auf die andere Seite müssen, sondern ganz ins Nubian Village, meinte er, dass wir dort nicht mit dem Segelboot hinkommen würden und umsteigen müssten. Er fuhr mit uns zu seinem Liegeplatz zwischen den großen Kreuzfahrtschiffen und wir wechselten vom Segel- in ein Motorboot. Wir hatten einen tollen Nachmittag mit den Dreien. Sie erzählten viel von ihrem Alltag in Ägypten und den Herausforderungen. Angekommen im Nubian Village haben wir noch einen Tee getrunken, dem Bootsfahrer ein dickes Trinkgeld gegeben und uns dann verabschiedet.
UNTERKUNFT IN ASSUAN
Artika Wadi Kiki Hotel
Mit unserer Unterkunft waren wir mitten drin im Nubian Village. Die Anlage ist sogar Teil einiger kleiner privater Tourist:innenführungen. Abends waren häufig Gäste zum Essen hier, da sie traditionell nubische Gerichte anbieten. Besonders lustig wird es dann, wenn sie die Musik aufdrehen und anfangen zu tanzen. Man kann sich dann kaum verwehren mitzutanzen und einfach Spaß zu haben. Alle sind hier wahnsinnig gastfreundlich und hilfsbereit.
Täglich wird gegen späten Nachmittag der Strom im gesamten Dorf für etwa eine Stunde abgeschaltet. In den kleinen Räumen der Unterkunft ist es dann stockdunkel, da es auch nur ganz kleine Fenster gibt, durch die nicht wirklich Licht hereinkommt. Auch die Klimaanlage funktioniert nicht. Am besten verbringt man die Zeit also einfach im Freien, ist eh unterwegs oder nutzt sie für eine kleine Mittagspause (das haben wir gemacht, da es draußen schlicht zu warm war).
Das Frühstück bietet eine schöne Auswahl. Solltet ihr früh morgens losfahren, macht euch das Team aber auch ein Lunchpaket fertig.
Abu Simbel
Abu Simbel besteht genau genommen aus zwei Felsentempeln am Westufer des Nassersees: Der große Tempel zum Ruhm Ramses’ II. und der kleine Hathor-Tempel zur Erinnerung an Nefertari, dessen Große königliche Gemahlin. Wie der Philae Tempel, befinden sich auch diese beiden aufgrund des Assuan-Stausees nicht mehr an ihrem ursprünglichen Standort. Um sie vor dem ansteigenden Wasser zu retten, wurden sie in den Jahren 1963 bis 1968 abgetragen und auf der Hochebene von Abu Simbel wieder aufgebaut.
Vor Beginn der Reise war Abu Simbel mein absolutes Highlight. Leider wurde dieser Tag zum schlimmsten im gesamten Urlaub:
Um 4.00 Uhr morgens ging es los und wir wurden mit einem TukTuk abgeholt. Wir haben sogar zwei tolle Lunchpakete von unserer Unterkunft mitbekommen. Als wir am Treffpunkt auf unseren eigentlichen Fahrer gewartet haben, fuhren bereits unzählige kleine und große Reisebusse an uns vorbei. Man bekam schon hier eine leise Vorahnung, wie viele Menschen sich wohl bei Abu Simbel tummeln würden. Mit einiger Verspätung kam auch unser kleiner Van und sammelte uns ein. Mit acht Tourist:innen plus Guide und zwei Fahrern ging es dann vier Stunden Richtung Süden. Anfangs sind wir noch im Stockdunkeln gefahren, häufig komplett ohne Licht. Auf die Nachfrage Richtung Guide, kam nur die lockere Antwort, dass der Fahrer die Strecke gut kennen würde, weshalb das Fahren ohne Licht kein Problem sei. Unfassbar! Erst nachdem mein Freund eine deutliche Ansage machte und in meinem Ton wahrscheinlich die Panik rauszuhören war, fuhr der Fahrer durchgehend, aber sichtlich genervt, mit Licht. Um 8.45 Uhr kamen wir in Abu Simbel an und es war unglaublich voll, da scheinbar alle Touren zur selben Zeit fahren. Wir waren insgesamt nur 1 Stunde vor Ort und sind dann den gesamten Weg direkt wieder zurück.
Meine klare Empfehlung deshalb: organisiert euch einen privaten Fahrer und startet noch viel früher um vor den Massen an Tourist:innen dort zu sein, oder später, wenn die Scharen an Menschen alle auf dem Rückweg sind. Alternativ kann man natürlich auch in dem Ort übernachten.
El Gouna
Im Vergleich zu Hurghada ist die Atmosphäre in El Gouna oft ruhiger und exklusiver. Der Ferienort am Roten Meer ist bekannt für seine Gebäude im nubischen Stil, gepflegte Strände und Lagunen, luxuriösen Resorts und eine Vielzahl an Freizeitaktivitäten wie Tauchen, Schnorcheln oder andere Wassersportarten.
Wir haben hier ein bisschen die Gegend erkundet und am Pool die letzten zwei Wochen Revue passieren lassen. Überall ist es wirklich sehr hübsch und entspannt.
Für den Weg zum Flughafen haben wir uns ein Taxi gerufen. Eher untypisch für El Gouna war es ein recht altes Auto. Nach etwa 20 Minuten Fahrt und mitten auf der Schnellstraße hörten wir plötzlich einen lauten Knall, der Fahrer wurde langsamer und hielt auf dem sandigen Mittelstreifen an. Aus der Motorhaube stieg Rauch auf, weshalb wir ausstiegen. Der Fahrer holte unser Gepäck aus dem Kofferraum und entschuldigte sich - mit ihm würden wir nicht mehr zum Flughafen kommen. Unser erster Impuls; wir versuchten eines der vorbeifahrenden Autos anzuhalten. Und tatsächlich klappte es. Das dritte Auto hielt an. Problem war nur, dass wir nicht mehr genügend Bargeld hatten. Unser Fahrer hat deshalb die Hälfte übernommen und wir den Rest. Ab ging es zum Flughafen. Leider zum falschen Terminal, sodass wir von dort noch einmal 20 Minuten zu Fuß laufen mussten. Endlich am richtigen Ort angekommen, ging es nach Hause.
UNTERKUNFT IN EL GOUNA
Cook’s Club El Gouna
Das Hotel ist ausschließlich für Erwachsene und liegt - wie die meisten Unterkünfte in El Gouna - direkt am Kanal. Das Frühstücksbuffet bietet eine sehr große Auswahl und ist wirklich lecker. Wir hatten für Abends das Menü gebucht, was allerdings nur ein vegetarisches Gericht zur Auswahl enthält. Fragt hier einfach nach, wenn ihr ein anderes Gericht der Karte haben möchtet. Sie sind nicht erfreut, machen es aber möglich.
nice to know
In Ägypten sollte man immer Bargeld dabei haben. Vor allem Tickets können in vielen Fällen nur bar gezahlt werden. Schaut dabei, dass ihr nicht bis zum Schluss mit dem Geldabheben wartet, da nicht jeder Automat problemlos Geld rausgibt. Im Nubian Village beispielsweise sind auch die Geldautomaten vom Stromausfall am Nachmittag betroffen gewesen.
An den touristischen Orten kann man auch in Euro (oder Dollar) bezahlen.
Achtung: Fotos von Polizist:innen sind nicht erlaubt. Und auch alle anderen werden eher ungerne gefilmt oder fotografiert.
Auf vielen Seiten steht, dass für einige Locations eine Genehmigung zum Fotografieren notwendig sei - das ist mittlerweile nicht mehr der Fall. Ein Stativ hatten wir nicht dabei, hier gilt wahrscheinlich aber noch immer ein Verbot.
Geht nicht selbstverständlich davon aus, dass alle englisch sprechen. Wir konnten uns häufig nur schlecht mit unseren Fahrern verständigen. Apps zur Übersetzung sind da besonders hilfreich.
In Kairo könnt ihr uber nutzen, in Luxor und Assuan hingegen inDriver EGYPT. Solltet ihr eine ägyptische Handynummer haben, könnt ihr auch die App careem nutzen.
Die Fahrt von Luxor nach Assuan haben wir bei viator gebucht. Hier kann man auch direkt auswählen, ob man die beiden Tempel mitbesichtigen will, oder direkt durchfahren möchte.
Von Assuan nach El Gouna hingegen haben wir bei GetTransfer gebucht, in der Kategorie ‘Komfort’.
Fazit
Ägypten ist ein faszinierendes Land. Die Jahrtausende alte Kultur ist einfach beeindruckend und endlich in der Realität zu sehen, was ich bisher nur aus dem Fernsehen kenne, ist einfach toll. Gleichzeitig hatte ich häufig ein mulmiges Gefühl. Die Menschen schienen nur in Erwartung einer Bezahlung freundlich und hilfsbereit zu sein. Tatsächlich aber ein verschobenes Bild, da dies nur an touristischen Orten der Fall ist. Wie in allen arabischen Ländern sind die Menschen grundsätzlich sehr gastfreundlich und zuvorkommend. Gespührt hat man das vor allem in Assuan, meinem Lieblingsort auf der gesamten Reise.
Was würden wir anders machen?
Wir würden noch viel weniger Touren buchen und uns stattdessen häufiger für einen privaten Fahrer entscheiden. So kann man im eigenen Tempo und super flexibel alles anschauen. Das gilt vor allem für das Westufer in Luxor und Sakkara. Aber auch Abu Simbel würde ich empfehlen mit einem privaten Fahrer selbst zu organisieren, um den Menschenmassen zu entgehen.
What else could you do?
Oase Siwa
Sharm el-Sheikh
Schnorcheln oder Tauchen im Roten Meer
Staudamm, Kloster St. Simone, Kalabsha-Tempel, Adelsgräber und die Insel Elephantine in Assuan